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Selbstbehauptung Selbstverteidigung: Nächster Kurs nach den Sommerferien
14.05.2022

 Gemeinsam mit anderen die eigene Kraft erleben!

Arnsberg.
Am letzten Samstag fand der zweite Kurs, der auch diesmal wieder über fünf Stunden lief, für Frauen in Selbstbehauptung und Selbstverteidigung, beim Chang-Hun family Verein, im Sport- und Rehazentrum Arnsberg, statt.

Was braucht man eigentlich für einen Selbstbehauptungs- Selbstverteidigungskurs?
Das Wichtigste ist eine lizenzierte Trainerin. Lydia Keser ist so Eine. Ihre Lizenz im Bereich Frauenselbstbehauptung und Selbstverteidigung hat sie, vor vielen Jahren, beim Deutschen Olympischen Sportbund gemacht. Sie hat auch den 1. Kup in Taekwon-Do.

Es ist Samstag, 10 Uhr und die Teilnehmerinnen meinen, sie sind gut gerüstet für den kämpferischen Einsatz. Ein bisschen allerdings muss es noch warten, denn zuerst kommt die Theorie. „Theorie ist genauso wichtig wie die Praxis“, sagt Lydia Keser. Da geht es um Angst, Grenzen, Wahrnehmung. Wie gehe ich eine Straße entlang? (Aufmerksam, den Blick vom Smartphone gelöst!) Wo können Angsträume sein? (Parkhaus, dunkle Gassen) Wie verhalte ich mich da?

Dem Kampf auszuweichen, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, dass empfiehlt      Lydia Keser. Aber wenn es doch dazu kommt? Dann kommt die Praxis. Jetzt auch. Lydia steht mir gegenüber. Ich soll sie angreifen. Sie soll deutlich Nein sagen und mich abwehren. Der Angriff geht gründlich schief. Ich bekomme es einfach nicht über die Lippen. Sie beleidigen, beschimpfen, bedrängen? Ich bin einfach zu lieb, zu gehemmt. Also gehe ich nur auf sie zu, überschreite deutlich ihre Komfortzone. Sie brüllt mich an. Funktioniert bei mir 1a. Ich zucke zurück.

Bei den Techniken geht es um Effektivität. Lydia Keser zeigt Dinge, die einfach zu lernen sind und richtig weh tun. Und was ist mit Waffen? Pfefferspray? Davon hält Lydia Keser nichts. Zu unsicher. Der falsche Wind und „frau“ ist selbst blind. Elektroschocker? Kann vom Gegner gegen einen selbst gerichtet werden. Die Teilnehmerinnen haben gelernt, dass die Waffen einer Frau ganz simpel sein können und völlig ohne Waffenschein zu haben sind. Ein schwerer Schlüsselbund durchs Gesicht geschlagen, der Absatz eines Highheels in den Fuß gerammt, die Handtasche in der Magengrube – das schmerzt alles kolossal.

„Und Du hältst auch gerade eine Waffe in der Hand“, sagt Lydia Keser und sieht Elke an. „Echt?“ „Echt!“ Sie meint meinen Stift.

„Sie zeigt uns, was wir tun sollen, wenn wir hartnäckig verfolgt werden, so wie es schon vielen Frauen passiert ist. Wie wir aufdringliche Verehrer stoppen, so wie den, der Lisa nicht in Ruhe lassen wollte.“

Zum Abschluss des zweiten Kurses, lässt Lydia Keser, alle Teilnehmerinnen ein Brett zerschlagen. Sie zeigt die genaue Technik, zerschlägt ein Brett und erklärt, wie es durchgeführt wird. Alle Teilnehmerinnen sind aufgeregt. Angelika: „Meine Hände sind feucht, mein Herz pumpt Blut in erhöhtem Tempo Richtung Bauch, was hat es da bitte verloren? Noch sitzen wir auf der Matte. Bin ich nervös? Vermutlich schaffe ich es nicht.  Na, dann. Jetzt bin ich dran, dass Brett durchzuschlagen. Ich habe es geschafft, wir alle haben es geschafft. Wir sind uns einig. Wenn Lydia einen dritten Kurs anbietet, sind wir sofort dabei.“

Erstaunlich, wie sich in dieser kurzen Zeit unser Verhalten verändert hat.
Meine Unterarme brennen, als wir uns nach fünf Stunden verabschieden. Fühlt sich gut an. Nach echtem Training. Ich kann jetzt lauter schreien, fester treten, fieser hauen. Ich kann jetzt klar und deutlich meine Grenzen setzen.

Lydia Keser: „Das Wichtigste für mich ist, dass alle Teilnehmerinnen, jedes Mal gestärkt aus meinem Kurs gehen. Das hat auch diesmal wieder wunderbar geklappt.“

Infos: Chang-Hun family e.V., Lydia Keser, Rumbecker Str. 28, 59821 Arnsberg,Tel.:02931/788897


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